Du brauchst nicht mehr Informationen über deine Schmerzen. Du brauchst die richtigen.
Du wachst mit Rückenschmerzen auf, dein Knie beginnt nach dem Laufen zu schmerzen oder deine Schulter fühlt sich plötzlich anders an.
Wie die meisten Menschen suchst du zuerst bei Google, YouTube oder Instagram nach einer Erklärung oder fragst ChatGPT, was dahinterstecken könnte.
Das kann durchaus hilfreich sein, denn heute kannst du innerhalb weniger Minuten viel über Beschwerden, Übungen und deinen Körper lernen.
Das Problem ist deshalb oft nicht, dass uns Informationen fehlen, sondern dass wir nicht wissen, welche davon tatsächlich auf unsere persönliche Situation zutreffen.
Eine einfache Suche nach „Schulterschmerzen beim Armheben“ kann dir verschiedene Diagnosen, zahlreiche Übungen und teilweise völlig widersprüchliche Empfehlungen liefern.
Was davon ist nun für dich relevant?
1. Gute Informationen können für deine Situation trotzdem falsch sein
Ich bin nicht dagegen, Gesundheitsinformationen online zu suchen. Es gibt viele gute Inhalte, und ich finde es positiv, wenn Patienten ihren Körper und ihre Beschwerden besser verstehen möchten.
Aber Informationen brauchen Kontext.
Stell dir zwei Menschen vor, die beide beim Heben des Arms Schulterschmerzen haben.
Eine Person arbeitet hauptsächlich am Schreibtisch, bewegt sich zunehmend weniger und spürt die Beschwerden vor allem im Alltag.
Die andere betreibt mehrmals pro Woche eine Sportart mit vielen Überkopfbewegungen und hat zuletzt ihre Trainingsbelastung erhöht.
Online können beide bei demselben Artikel oder Übungsvideo landen, obwohl sie möglicherweise einen völlig unterschiedlichen Ansatz benötigen.
Genau hier liegt eine Grenze der Selbstdiagnose.
Du erkennst deine Symptome in einem Beitrag wieder, glaubst die Erklärung gefunden zu haben und beginnst, die empfohlenen Übungen umzusetzen.
Die Information kann grundsätzlich richtig sein, aber trotzdem nicht zu deinem Körper, deiner aktuellen Belastbarkeit oder deinem Ziel passen.
2. Die Suche nach Beruhigung kann zusätzliche Angst erzeugen
Ich erlebe regelmässig Patienten, die nicht nur mit Schmerzen zu uns kommen, sondern sich grosse Sorgen darüber machen, was diese Schmerzen bedeuten könnten.
Wenn etwas weh tut, wollen wir natürlich wissen, warum.
Wenn du bereits verunsichert bist, können negative Informationen jedoch besonders stark wirken.
Du suchst nach Rückenschmerzen und liest plötzlich über Abnutzung, Bandscheibenprobleme, schlechte Haltung oder Bewegungen, die du angeblich vermeiden solltest.
In den sozialen Medien wird dieser Effekt durch Aussagen wie „Mach diese Übung niemals“ oder „Diese Bewegung schadet deinem Rücken“ zusätzlich verstärkt.
Angst erzeugt Aufmerksamkeit, aber sie hilft dir nicht dabei, wieder Vertrauen in deinen Körper zu entwickeln.
Im Gegenteil: Du beginnst vielleicht, das Heben, Bücken, Laufen oder Trainieren zu vermeiden, weil du Angst hast, etwas noch schlimmer zu machen.
Unsere Aufgabe als Physiotherapeuten sollte genau das Gegenteil sein: dir zu helfen, deine Situation zu verstehen und wieder Sicherheit darin zu gewinnen, was du tun kannst.
3. Informationen zeigen Möglichkeiten. Eine persönliche Untersuchung schafft Kontext.
Wenn jemand zu uns in die Fysiotherapie Zug kommt, möchte ich nicht zuerst weitere zwanzig Informationen hinzufügen.
Wir hören zunächst zu und wollen verstehen, was passiert ist, was dir Sorgen macht, welche Aktivitäten du bereits vermeidest und wohin du wieder zurückmöchtest.
Danach untersuchen wir unter anderem deine Bewegung, Beweglichkeit und Kraft und schauen, wie dein Körper auf unterschiedliche Belastungen reagiert.
Auf dieser Grundlage können wir entscheiden, was tatsächlich Aufmerksamkeit braucht und wie wir die Belastung Schritt für Schritt aufbauen.
Für den einen bedeutet das, wieder schmerzfrei Einkäufe tragen zu können, für den anderen einen Arbeitstag gut zu bewältigen und für einen Sportler vielleicht die Rückkehr zum Laufen, Skifahren oder Wettkampfsport.
Ich habe über die Jahre gesehen, welchen Unterschied dieser individuelle Ansatz machen kann.
Wir haben Menschen mit langjährigen Rückenbeschwerden begleitet, die nach wenig nachhaltigen passiven Behandlungen durch aktives Training wieder mehr Kontrolle gewonnen haben.
Wir begleiten Sportler nach Hamstring- und Kreuzbandverletzungen mit progressivem Training und objektiven Messungen.
Wir haben einen Bergführer begleitet der wieder nach Monaten strukturierten Kraftaufbaus wieder zu den körperlichen Anforderungen seines Berufs zurückkehren konnte.
Obwohl diese Menschen ganz unterschiedliche Ausgangssituationen hatten, brauchten sie im Kern etwas Ähnliches:
Klarheit darüber, wo sie gerade stehen, welche Informationen für ihre persönliche Situation relevant sind und was der nächste sinnvolle Schritt ist.
Google, Social Media, YouTube und KI können gute Werkzeuge sein, um dich zu informieren und bessere Fragen zu stellen.
Wenn Schmerzen jedoch bleiben, immer wieder zurückkommen oder du nicht mehr weisst, was du deinem Körper zutrauen kannst, ist eine persönliche Beurteilung etwas anderes als allgemeine Informationen aus dem Internet.
Wenn du genug von widersprüchlichen Informationen hast und Klarheit darüber möchtest, was für deine Situation wirklich relevant ist, buche einen Termin bei uns.
Wir schauen gemeinsam, wo du heute stehst, was wirklich wichtig ist und wie dein persönlicher Weg zurück zu einer schmerzfreien und sicheren Bewegung aussehen kann.
Buche jetzt deinen Termin bei uns.
Sportliche Grüsse,
Frans