Die 5 grössten Irrtümer über Plantarfasziitis auf Sozialen Medien

Scrollt man durch Social Media, sieht man immer wieder dieselbe Botschaft:

„Plantarfasziitis ist eine Entzündung. Dehnen, kühlen, massieren, schonen.“

Es klingt logisch, aber oft ist der Grund, warum Menschen monatelang, manchmal jahrelang mit Fussschmerzen kämpfen.

Hier sind die fünf grössten Missverständnisse, die wir online immer wieder sehen.

1. „Plantarfasziitis ist einfach eine Entzündung“

Der Begriff Fasziitis stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich Entzündung. Aber in den meisten Fällen ist diese Entzündung gar nicht mehr vorhanden.

Es kann zu Beginn eine entzündliche Reaktion geben, vor allem, wenn die Belastung plötzlich stark ansteigt. Aber bei anhaltenden Beschwerden ist das Problem meist keine Entzündung, sondern ein Belastungsproblem.

Beispiel: Du machst lange keinen Sport. Dann entscheidest du dich, spontan ein intensives HIIT- oder Bootcamp-Training zu machen. Am nächsten Tag hast du starken Muskelkater.

2. „Es kommt von einer falschen Bewegung oder schlechten Schuhen“

Plantarfasziitis entsteht selten durch einen einzelnen Fehler. Sie entsteht, wenn eine grosse Lücke zwischen Belastbarkeit und tatsächlicher Belastung besteht.

„Der Belastungsmechanismus kann Unterbelastung oder Überbelastung sein. Wenn ich lange unterbelastet war und dann plötzlich sehr viel mehr mache, entsteht eine grosse Lücke zwischen dem, was die Struktur kann, und dem, was ich von ihr verlange.“

Beispiel: Du beginnst in den Ferien wieder mehr zu gehen oder zu rennen, z. B. bei einer Städtereise machst du 20’000 Schritte pro Tag. Der Fuss schmerzt morgens beim Aufstehen. Nicht weil das Gewebe „entzündet kaputt“ ist, sondern weil es diese Belastung nicht mehr gewohnt war.

3. „Schonung und Schmerzreduktion lösen das Problem“

Kühlen, Massagen, Einlagen, Rollen mit dem Ball, all das kann Schmerzen lindern. 

Aber Schmerzreduktion bedeutet nicht gleich Heilung.

Wenn man sich nur schont oder Symptome behandelt, steigt die Belastbarkeit nicht. 

Beispiel: Jemand rollt jeden Abend den Fuss mit dem Ball. Die Schmerzen werden besser. Nach zwei Wochen joggt er wieder wie vorher, und der Schmerz ist sofort zurück. Das passiert, weil sich die Kapazität des Gewebes nicht verändert hat.

4. „Man sollte sich komplett schonen, bis alles weg ist“

Komplette Ruhe klingt sicher, führt aber oft in eine Sackgasse.

Plantarfasziitis entsteht häufig in zwei Extremen:

  • Zu viel, zu schnell

  • Zu wenig, zu lange

Lange Inaktivität reduziert deine Belastbarkeit. Wenn dich plötzlich viel bewegst, ist der Fuss schlicht nicht vorbereitet.

Beispiel: Eine Person sitzt den ganzen Winter viel im Büro, wenig Bewegung. Im Frühling beginnt sie plötzlich mit längeren Spaziergängen oder Läufen. Durch lange Schonung sinkt die Belastbarkeit weiter.

Die Lösung ist progressive Belastung, Schritt für Schritt.

5. „Manuelle Therapie ist entweder alles oder komplett nutzlos“

Entweder wird sie als Wundermittel verkauft oder komplett verteufelt.

Manuelle Therapie kann sinnvoll sein, wenn sie richtig eingesetzt wird.

Vorteile:

  • kurzfristige Schmerzreduktion

  • Sicherheit und Vertrauen

  • leichterer Einstieg in Bewegung

Beispiel: Eine Behandlung reduziert Schmerzen, der Fuss fühlt sich „locker“ an. Dadurch traut sich die Person wieder zu gehen, zu trainieren, Übungen zu machen.

Manuelle Therapie hilft, aber wenn danach kein Belastungsaufbau folgt, bleibt der Effekt kurzfristig.

Fazit

Plantarfasziitis ist ein Zeichen von fehlender Belastungsanpassung.

Heilung bedeutet:

  • Trigger reduzieren

  • Belastbarkeit gezielt aufbauen

  • Die Lücke zwischen Können und Tun schliessen

Man muss die Balance wieder herstellen.

Egal ob Athlet, Büroarbeiter oder Alltagsmensch, dein Fuss muss nicht geschont werden.

Er muss wieder belastbar gemacht werden.

Genau dort beginnt eine nachhaltige Genesung.

Buche jetzt deinen Termin bei uns.

Sportliche Grüsse,
Frans

Zurück
Zurück

Deine Übungen wirken – bis dein Lebensstil sie wieder aufhebt

Weiter
Weiter

Amor Fati in der Physiotherapie: Wie diese Denkweise zu schnellerer Genesung führt