Wenn deine Routine nur an perfekten Tagen funktioniert, fehlt etwas Entscheidendes

Du nimmst dir vor, wieder regelmässig zu trainieren. Vielleicht hast du Übungen aus der Physiotherapie bekommen oder möchtest einfach wieder mehr für deinen Körper tun.

Am Anfang machst du deine Übungen, gehst ins Training und fühlst dich motiviert. Es entsteht das Gefühl: Jetzt habe ich endlich eine Routine.

Doch dann kommt ein Tag, an dem du schlecht geschlafen hast. Deine Arbeit war stressig und dein Rücken fühlt sich steifer an als sonst.

Plötzlich fühlt sich deine Routine viel schwieriger an als geplant.

Viele Menschen hören genau an diesem Punkt auf.

Nicht weil ihnen Motivation fehlt, sondern weil ihre Routine nur für perfekte Tage gebaut wurde.

Und genau darin liegt das Problem.

Wenn deine Routine nur an perfekten Tagen funktioniert, bricht sie genau dann zusammen, wenn du sie am meisten brauchst.

Dein Körper funktioniert nicht wie ein Trainingsplan auf Papier

Viele Trainingsprogramme gehen stillschweigend davon aus, dass dein Körper jeden Tag gleich leistungsfähig ist.

Doch in der Realität ist dein Körper dynamisch.

Deine Leistungsfähigkeit hängt stark davon ab:

  • wie gut du geschlafen hast

  • wie viel Stress du hattest

  • wie intensiv dein letztes Training war

  • wie dein Nervensystem gerade reagiert

Ein Triathlet, der international in seiner Altersklasse startet, kam zu mir in die Praxis. Sein Trainingsplan ist normalerweise klar strukturiert.

An diesem Tag fühlte sich seine Hüfte jedoch deutlich steifer an als sonst. Obwohl eigentlich eine progressive Kräftigungseinheit geplant war, haben wir die Belastung angepasst.

Statt intensiver Kraftübungen arbeiteten wir an Mobilität und kontrollierten Bewegungen.

Das Ergebnis: Die Hüfte fühlte sich nach der Session wieder deutlich lockerer an und er konnte sein Training später wie geplant fortsetzen.

Der Plan hat also funktioniert, weil er auch Anpassungen für Tage enthält, an denen der Körper nicht bei 100 % ist.

Eine nachhaltige Routine hat immer eine Strategie für schwierigere Tage

In der Physiotherapie planen wir nicht nur für gute Tage. Wir planen immer auch für die Tage, an denen dein Körper weniger Energie hat.

Zum Beispiel:

Wenn eine Übung zu schwer ist:

  • Einbeinige Übungen werden zu beidbeinigen Übungen

  • Eine Kurzhantelübung wird zu einer beidarmigen Bewegung mit einer Stange

  • 16 Wiederholungen werden zu 8 kontrollierten Wiederholungen

Ich sage meinen Patienten in solchen Situationen:

„Wir machen heute nicht weniger, sondern machen heute nur etwas anderes.“

Ein weiteres Beispiel war eine Patientin Mitte siebzig mit Arthrose.

In den letzten Wochen hatte sie sehr gute Fortschritte gemacht. Sie hatte mehr Kraft aufgebaut, fühlte sich sicherer beim Gehen und hatte deutlich weniger Schmerzen.

Doch seit einigen Tagen hatten ihre Beschwerden wieder etwas zugenommen.

Viele Menschen würden an diesem Punkt komplett aufhören zu trainieren.

Wir haben stattdessen einfach den Plan für schwächere Tage umgesetzt und die Belastung entsprechend angepasst.

So blieb sie in Bewegung, und genau das half ihrem Körper, sich schneller zu erholen und wieder besser zu fühlen.

Gute Therapie erkennt den Unterschied zwischen ''faulen Ausreden'' und seriösen Signalen des Körpers

Aktives Zuhören wird in der Physiotherapie oft unterschätzt.

Es geht nicht nur darum immer nett zu sein oder Empathie zu zeigen. Es geht darum wirklich herauszufiltern, was dein Körper gerade braucht und auch harte Wahrheiten zu benennen.

Manchmal kommt jemand in die Praxis und sagt: „Heute habe ich etwas mehr Schmerzen. oder ich habe die Übungen nicht gemacht.“

Dann frage ich genauer nach.

Ist das nur Müdigkeit? Ist es wirklich eine Reizung? Gab es mehr Belastung als sonst? Oder ist es eher eine Ausrede?

Diese Unterscheidung ist entscheidend.

Manchmal braucht dein Körper mehr Belastung, um stärker zu werden.

Manchmal braucht dein Körper eine Routine mit Anpassung auch für schwächere Tage, damit du weiter trainierst.

Und manchmal braucht es eine klare Strategie, damit Ausreden dich nicht von deiner Routine abbringen.

Fortschritt entsteht durch Anpassung, nicht durch Perfektion

Die Patienten mit den besten Fortschritten sind nicht diejenigen mit der meisten Disziplin.

Es sind diejenigen, die flexibel bleiben können, weil sie einen Plan haben, der alltagstauglich ist für gute und für schwierigere Tage, mit einem klaren System und einem klaren Ziel dahinter.

Oder wie ich es oft formuliere:

„Progression bedeutet nicht immer mehr Belastung. Manchmal bedeutet Progression auch, intelligent einen Schritt zurückzugehen, damit du zwei Schritte vorwärts gehen kannst.“

Wenn du aktuell mit Schmerzen kämpfst oder unsicher bist, wie du dein Training sinnvoll aufbauen kannst, musst du das nicht alleine herausfinden.

Bei Fysiotherapie Zug helfen wir dir, deinen Körper besser zu verstehen, deine Belastung sinnvoll zu steuern und eine Routine zu entwickeln, die auch an weniger perfekten Tagen funktioniert.

Buche jetzt deinen Termin bei uns.

Sportliche Grüsse,
Frans

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